Die Lelit Elizabeth3 bringt viel Dualboiler-Technik auf vergleichsweise wenig Platz – mit überarbeiteter Brühgruppe, Druckprofilierung per Pagaia und deutlich hochwertigerer Verarbeitung als ihre Vorgängerin.
Aber wie gut funktioniert das im Alltag und für wen lohnt sich die neue Version wirklich?
Wir haben die Elizabeth3 ausführlich getestet: Espresso und Cappuccino zubereitet, Bedienung und Aufheizverhalten geprüft und einen Blick ins Innere geworfen. Hier zeigen wir dir, was sie besonders gut kann, wo ihre Schwächen liegen und ob sie zu dir passt.
Unser Video: Lelit Elizabeth3 im Praxistest
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenWas ist neu an der Lelit Elizabeth 3?
Die Elizabeth3 ist keine behutsam überarbeitete, neue Version der beliebten Elizabeth. Lelit hat Gehäuse, Brühtechnik und Steuerung an mehreren Stellen deutlich verändert.
Verarbeitung und Design
Schon beim ersten Anfassen fällt auf, dass die neue Elizabeth3 massiver und hochwertiger wirkt. Das Gehäuse wurde überarbeitet, Holzdetails werten Siebträger und Bedienelemente auf und unter der Brühgruppe sitzt jetzt eine LED-Beleuchtung.
Auch Wassertank und Abtropfschale wurden neu gestaltet. Der Tank wird elektronisch überwacht und die Maschine erkennt, ob er eingesetzt beziehungsweise ausreichend gefüllt ist.
Technische Änderungen im Inneren
Noch interessanter wird es unter dem Gehäuse. Der Kaffeekessel ist kleiner geworden, gleichzeitig wurde der interne Aufbau deutlich aufgeräumter. Hinzu kommen unter anderem ein neuer Drucksensor und eine präzisere Temperaturmessung.
Lelit gibt für die neue Elizabeth3 einen 200-ml-Kaffeekessel und einen 600-ml-Dampfkessel an. Beim Vorgänger fasste der Kaffeekessel noch 300 ml. Entscheidend ist aber nicht nur das Volumen: Auch Brühgruppe, Heizung und Steuerung wurden verändert.
Was davon ist wirklich neu?
Nicht jede Funktion, mit der die Elizabeth3 ausgestattet ist, gab es beim Vorgänger noch nicht. Programmierbare Bezüge, Preinfusion, automatische Reinigung und der abschaltbare Dampfkessel waren bereits Teil der bisherigen Elizabeth.
Der eigentliche Sprung liegt für uns deshalb vor allem in Verarbeitung, Brühtechnik und den deutlich erweiterten Möglichkeiten zur Steuerung der Extraktion.
Pagaia, Preinfusion und Profile: Wie viel Kontrolle bietet die Elizabeth3?
Mit dem neuen Pagaia-System kannst du den Druck während der Extraktion wesentlich stärker beeinflussen.
Dabei hast du drei Möglichkeiten:
- Einfach starten: Mit „Lever Shot“ und „Modern Shot“ stehen zwei unterschiedliche Profile zur Verfügung.
- Eigene Profile speichern: Die Extraktion lässt sich individuell programmieren.
- Manuell eingreifen: Während des Bezugs kannst du den Pumpendruck direkt über Pagaia verändern.
Die beiden Werkseinstellungen sind insbesondere für Nutzer interessant, die sich nicht sofort intensiv mit Profilierung beschäftigen möchten. Wer tiefer einsteigen will, kann dagegen gezielt mit unterschiedlichen Bohnen, Röstungen und Druckverläufen experimentieren.
Lelit bezeichnet Pagaia als elektronisches Flow-Profiling-System, das Druck und Durchfluss während der Extraktion beeinflussen kann. Damit geht die Elizabeth3 deutlich über eine klassische Preinfusion hinaus. LELIT
Was uns daran besonders gefällt: Du musst diese Möglichkeiten nicht nutzen, um guten Espresso zuzubereiten. Die Maschine wächst aber gewissermaßen mit, wenn du später mehr ausprobieren möchtest.
-
Lelit Elizabeth3
Ausführung wählen1.699,00 €
Bedienung und Display im Alltag
Die Elizabeth3 bietet viele Einstellmöglichkeiten, bleibt in der Bedienung aber insgesamt überschaubar.
Über das Display und die Plus-/Minus-Tasten kannst du unter anderem Folgendes anpassen:
- Brühtemperatur
- Bezugsdauer der beiden Tasten
- Preinfusion und Extraktionsprofile
- Dampftemperatur
- Dampfkessel an/aus
- Beleuchtung
- Bezugszähler
Im Alltag ist das schnell verstanden. Ein Kritikpunkt bleibt aber das kleine Display: Bei so vielen Funktionen wäre etwas mehr Platz komfortabler.
Hinzu kommt eine kleine Eigenheit: Das Einstellmenü springt nach wenigen Sekunden wieder zurück. Wer Parameter verändert, muss deshalb zunächst etwas konzentrierter durch das Menü navigieren.
Im täglichen Betrieb relativiert sich das: Sind Temperatur und Profile einmal eingestellt, musst du nicht ständig ins Menü zurück.
Aufheizzeit und Temperaturkonstanz: Wann ist die Elizabeth3 wirklich bereit?
Bei der Aufheizzeit lohnt es sich, zwischen „betriebsbereit“ und „vollständig thermisch stabil“ zu unterscheiden:
- nach etwa 4 Minuten meldet sich die Elizabeth3 betriebsbereit
- nach ungefähr 8 Minuten lässt sich – gegebenenfalls mit einem kurzen Flush – bereits ein guter Espresso beziehen
- nach rund 10–12 Minuten ist die Maschine vollständig aufgeheizt
Das ist für einen Dualboiler angenehm kurz. Wer maximale Reproduzierbarkeit möchte, sollte sich trotzdem nicht allein danach richten, wann das Display „bereit“ signalisiert.
Für den Alltag wichtiger als die reine Hersteller-Aufheizzeit: Gib der Maschine ein paar zusätzliche Minuten, und du bekommst reproduzierbarere Bedingungen für mehrere aufeinanderfolgende Bezüge.
Bei mehreren aufeinanderfolgenden Bezügen profitiert die Elizabeth3 vom Dualboiler-Prinzip: Kaffee- und Dampfbereitung arbeiten getrennt voneinander. Wenn du noch unsicher bist, ob du überhaupt einen Dualboiler brauchst, erklären wir die Unterschiede ausführlich in unserem Ratgeber Einkreiser, Zweikreiser oder Dualboiler.
Espresso und Cappuccino im Praxistest
Espressoqualität
Für unseren Test haben wir unter anderem die La Roccia Velluto Nero Kaffeebohnen verwendet und die Brühtemperatur auf 92 °C eingestellt. Während des 25 Sekunden langen Bezugs konnten wir den Temperaturverlauf direkt auf dem Display verfolgen.
Die Elizabeth3 lieferte einen kräftigen, angenehm ausgewogenen Espresso mit dichter Crema. Gleichzeitig zeigt die Profilierung ihre Stärke: Je nach Röstung kannst du wesentlich stärker auf die Extraktion Einfluss nehmen als bei einer klassisch aufgebauten Maschine ohne Druckprofile.
Wichtig bleibt natürlich: Eine gute Espressomaschine kann nur mit passendem Mahlgrad, guten Bohnen und sauberer Vorbereitung ihr Potenzial ausspielen.
Dampfleistung und Milchschäumen
Hier spielt der Dualboiler seinen praktischen Vorteil aus. Der separate Dampfkessel steht unabhängig vom Kaffeekessel zur Verfügung – du kannst also Espresso beziehen und direkt mit kräftigem Dampf weiterarbeiten.
Im Test war die Milch sehr schnell auf Temperatur. Die neue Cool-Touch-Dampflanze besitzt laut Lelit eine 3-Loch-Düse, die für gleichmäßigen und kräftigen Dampf ausgelegt ist.
Wenn du regelmäßig Cappuccino oder andere Milchgetränke zubereitest, bekommst du damit deutlich mehr Komfort als bei einem klassischen Einkreiser.
Lautstärke im Alltag
Eine Überraschung für uns war die Pumpe. Obwohl eine Vibrationspumpe verbaut ist, arbeitet die Elizabeth3 auffallend leise. Das ist gerade bei einer kompakten Maschine, die häufig offen in der Küche steht, ein angenehmer Alltagsvorteil.
Blick ins Innere: Was sagt unsere Werkstatt zur Elizabeth3?
Bei einem Praxistest interessiert uns nicht nur, was außen passiert. Mit unserer eigenen Werkstatt schauen wir uns auch an, wie eine Maschine konstruiert ist und was sich unter dem Gehäuse verändert hat.
Im Vergleich zum Vorgänger wirkt die Elizabeth3 deutlich aufgeräumter. Leitungen und Anschlüsse wurden neu organisiert und Teile der Wasserverteilung zusammengefasst. Hinzu kommen der neue Drucksensor und die überarbeitete Temperaturmessung.
Das ist nicht nur für Technikfans interessant. Ein sauber strukturierter Aufbau ist auch für Diagnose, Wartung und Reparatur wichtig.
Der kleinere Kaffeekessel ist nicht automatisch ein Rückschritt. Entscheidend ist das gesamte thermische System aus Kessel, Heizung, Brühgruppe, Sensorik und Steuerung.
Pflege und Wasser: Ein Punkt, den wir besonders wichtig finden
Ein guter Siebträger soll nicht nur am ersten Tag funktionieren.
Für die laufende Pflege kannst du die Brühgruppe kurz spülen; außerdem besitzt die Elizabeth3 entsprechende Reinigungsfunktionen. Noch wichtiger ist aus unserer Werkstatterfahrung aber das verwendete Wasser.
Wir empfehlen für Siebträgermaschinen weiches, geeignetes Wasser im Bereich von etwa 2–6 °dH. Gerade bei sehr hartem Leitungswasser – wie beispielsweise in München – sollte auch bei einem verwendeten Wasserfilter regelmäßig geprüft werden, was tatsächlich in der Maschine ankommt.
Von regelmäßigen Entkalkungsaktionen mit aggressivem Entkalker raten wir bei solchen Maschinen ab. Unser Ansatz lautet: Kalk möglichst gar nicht erst entstehen lassen, statt ihn später aus dem System entfernen zu müssen.
Stärken und Schwächen der Lelit Elizabeth3
| Stärken | Zu bedenken |
|---|---|
| Kompakte Größe für einen Dualboiler | kleines Display für den großen Funktionsumfang |
| Pagaia mit Profilierung und manueller Kontrolle | Menü erfordert anfangs etwas Eingewöhnung |
| schnelle Aufheizung | viele Möglichkeiten können Einsteiger zunächst überfordern |
| sehr leise Pumpe | keine klassische E61-Maschine – optisch und konzeptionell bewusst anders |
| kräftige Dampfleistung | kleinerer Brühboiler als beim Vorgänger |
| hochwertige Verarbeitung | wer keinerlei Profilierung nutzen möchte, braucht einen Teil der Ausstattung möglicherweise nicht |
| sehr präzise Temperaturkontrolle | |
| Dampfkessel abschaltbar |
Für wen lohnt sich die Lelit Elizabeth3?
Eine der interessantesten Eigenschaften dieser Maschine ist, dass sie zwei ziemlich unterschiedliche Nutzertypen bedienen kann.
Du möchtest unkompliziert guten Espresso?
Dann kannst du mit den vorhandenen Profilen arbeiten, Temperatur und Bezugsdauer einstellen und die erweiterten Möglichkeiten zunächst weitgehend ignorieren.
Die Elizabeth3 ist also nicht nur eine Maschine für Menschen, die jeden Shot bis ins Detail analysieren möchten.
Du möchtest später mehr experimentieren?
Dann wird Pagaia interessant. Unterschiedliche Röstungen reagieren unterschiedlich auf Preinfusion, Druck und Extraktionsverlauf. Wer Spaß daran hat, diese Parameter gezielt zu verändern, bekommt hier ungewöhnlich viel Spielraum in einer relativ kompakten Maschine.
Du trinkst Espresso und Cappuccino?
Hier passt das Konzept besonders gut. Der Dualboiler bietet komfortablen Wechsel zwischen Espresso und Milchgetränken, ohne dass du erst einen einzelnen Kessel hoch- und wieder herunterheizen musst.
Du trinkst unter der Woche hauptsächlich Espresso? Dann kannst du den Dampfkessel einfach abschalten und ihn nur aktivieren, wenn du ihn brauchst. Genau dieses Szenario fanden wir im Test besonders überzeugend.
Du hast wenig Platz in der Küche?
Auch dann sollte die Elizabeth3 auf der Liste stehen. Sie bietet Dualboiler, Display und Profilierung, ohne die Dimensionen vieler klassischer High-End-Maschinen anzunehmen.
Wenn du noch andere Modelle gegenüberstellen möchtest, findest du in unserem Dualboiler-Espressomaschinen-Vergleich drei weitere unterschiedliche Konzepte im direkten Praxistest.
Unser Fazit zur Lelit Elizabeth3
Die Lelit Elizabeth3 ist für uns vor allem deshalb spannend, weil sie keinen klaren Kompromiss zwischen einfacher Bedienung und umfangreicher Kontrolle verlangt.
Du kannst sie relativ unkompliziert verwenden, bekommst aber mit Pagaia, programmierbaren Profilen und der umfangreichen Temperatursteuerung genügend Möglichkeiten, um wesentlich tiefer in die Espressozubereitung einzusteigen.
Dazu kommen eine für einen Dualboiler kompakte Bauweise, die sehr leise Pumpe, überzeugende Dampfleistung und die sichtbar hochwertigere Verarbeitung der neuen Generation.
Kritik gibt es trotzdem: Das kleine Display passt nicht ganz zum inzwischen enormen Funktionsumfang, und wer wirklich nur einen Knopf drücken und Espresso beziehen möchte, bezahlt möglicherweise für Möglichkeiten, die er nie nutzen wird.
Für alle anderen ist die Elizabeth3 ein ausgesprochen interessantes Konzept: ein kompakter Dualboiler, der für Einsteiger zugänglich bleibt und erfahrenen Home-Baristas trotzdem viel Raum zum Experimentieren lässt.
-
Lelit Elizabeth3
Ausführung wählen1.699,00 €
Du bist dir noch unsicher, ob die Elizabeth3 die richtige Maschine für dich ist? Dann beraten wir dich gerne persönlich bei Cat Costanza in München – mit über 35 Jahren Erfahrung mit Siebträgermaschinen und eigener Werkstatt.
Häufige Fragen zur Lelit Elizabeth3
Wie lange braucht die Lelit Elizabeth3 zum Aufheizen?
Die Maschine meldet sich bereits nach wenigen Minuten betriebsbereit. Für einen guten ersten Espresso rechnen wir realistisch mit ungefähr 8 Minuten, mit etwas zusätzlicher Zeit beziehungsweise einem Flush. Nach rund 10–12 Minuten ist das System umfassender durchgewärmt. Lelit selbst nennt 10 Minuten. LELIT
Ist die Lelit Elizabeth3 auch für Anfänger geeignet?
Ja. Die umfangreichen Einstellmöglichkeiten wirken zunächst anspruchsvoll, müssen aber nicht alle verwendet werden. Mit den voreingestellten Profilen kann die Maschine auch ohne tiefe Kenntnisse der Druckprofilierung genutzt werden.
Was ist Pagaia bei der Lelit Elizabeth3?
Pagaia ist Lelits elektronisches System zur Beeinflussung des Extraktionsverlaufs. Du kannst mit voreingestellten Profilen arbeiten, eigene Einstellungen verwenden oder während des Bezugs manuell eingreifen.
Kann man den Dampfkessel abschalten?
Ja. Wenn du nur Espresso trinken möchtest, lässt sich der Dampfkessel deaktivieren. Das ist beispielsweise praktisch, wenn du Milchgetränke nur gelegentlich zubereitest.
Ist die Lelit Elizabeth3 laut?
Für eine Maschine mit Vibrationspumpe ist sie in unserem Praxistest ungewöhnlich leise gewesen.
Was ist der wichtigste Unterschied zur bisherigen Lelit Elizabeth?
Die Elizabeth3 bringt vor allem eine deutlich weiterentwickelte Extraktionssteuerung über Pagaia, einen neuen internen Aufbau sowie eine hochwertigere Verarbeitung und neue Designdetails mit. Gleichzeitig wurde der Kaffeekessel von 300 auf 200 ml verkleinert.
Die Elizabeth3 passt doch nicht zu dir?
Dann lohnt sich ein Blick auf unsere weiteren Tests und Ratgeber:
- Mehr klassisches High-End-Dualboiler-Konzept: Rocket R58 TUNE im Test
- Drei unterschiedliche Dualboiler direkt vergleichen: Dualboiler Espressomaschine im Vergleich
- Noch unsicher bei der Maschinenklasse: Einkreiser, Zweikreiser oder Dualboiler?
- Du möchtest es deutlich einfacher und günstiger: Gaggia Classic Up im Test
